Grundstein für Gebäude mit 24 Wohneinheiten auf dem Christophorusgelände gelegt / Grüne Mitte soll Menschen zusammenbringen

GT-Artikel vom 27.10.2020

Fotos: Jeanine Rudat (Kirchenkreisamt Göttingen)

Grundstein für Gebäude mit 24 Wohneinheiten auf dem Christophorusgelände gelegt / Grüne Mitte soll Menschen zusammenbringen

 

Göttingen 24 Wohnungen für Menschen mit Handicap entstehen derzeit am Christophorusweg. Im Bereich der Diakonie Christophorus wird derzeit gebaut, zum ersten Mal wieder seit 38 Jahren am Stammsitz des Diakonischen Werkes Christophorus. Am Montagnachmittag haben Bauherren, Handwerker und Geldgeber den Grundstein gelegt. Bezugsfertig sollen die Einzelzimmer am 1. Dezember 2021 sein, berichtete Thomas Harms, Vorstand der Diakonie Christophorus.

Erstmals seien in der Konzepte Diakonie Christophorus zur Tagespflege und zum Wohnen von Menschen mit Handicaps vor mehr als 50 Jahren entwickelt worden, erläuterte Wolfgang Stoffel, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Diakonie Christophorus. Viel sei in den Folgejahren am Standort in Weende umgebaut und improvisiert worden. Doch irgendwann sei klar gewesen: „Wir brauchen mehr Platz.“ Ein Architektenwettbewerb wurde ausgeschrieben, das Büro bmp gewann mit seinem Entwurf, denn Stoffel als „attraktive Wohn- und Lebensumgebung“ bezeichnete. Und er prognostizierte, dass das der neue Bereich alle geltenden Gesetzesvorgaben übertreffen werde.
Harms nannte das Neubauprojekt ambitioniert. „Ein hochmodernes Wohn- und Lebenshaus mit 24 Appartments für Kinder, Jugendliche und Menschen mit Handicaps wird nach neustem Stand der Dinge konzipiert.“ Er lenkte das Augenmerk auch darauf, dass neben dem neuen Gebäude auch eine sogenannte grüne Mitte entstehen werde.

Nicht nur für die Bewohner
In einer parkähnlichen Anlage sollen Spiel- und Sportgeräte wie ein Basketballbereich, ein Badmintonfeld, eine Kletterwand und Bänke sowie einem Sinnesgarten mit Wasser und Steinen nicht nur für die Bewohner der Häuser zur Verfügung stehen. Harms: „Unsere Bewohnerinnen und Bewohner stehen mitten im Leben und mitten in der Stadt.“ Es sei daher unabdingbar, dass sich das klassische Christophorushaus noch mehr als derzeit schon der Stadtgesellschaft öffne. Studenten wohnen in unmittelbarer Nachbarschaft in Wohnheimen, die Universitätsmedizin liegt nebenan. „Menschen mit und ohne Einschränkungen werden sich begegnen, sehen und treffen“, kündigte Harms an.
Der „Entwurf Campus Christophorus“ beginne gerade „und wird auch mit weiteren inklusiven Wohn- und Begegnungsformen weitergeführt“, so Harms. „Nach 56 Jahren am historischen Standort wird sich das größte Diakonische Werk in Südniedersachsen noch weiter entwickeln.“ Er kündigte den Bau von Cluster-Wohnungen, einer Großküche, eines Wohnheims für all jene, die ein freiwilliges soziales Jahr absolvieren, für Klienten und den Bau von Werkswohnungen an. Dies alles soll „in einigen Jahren das Gesamtbild dieses Areals abbilden“.
Harms begrüßte auch Göttingens Sozialdezernentin Petra Broistedt (SPD). Sie bekundete, „ein Richtfest ist ein ganz besonderer Moment. Aus Ideen ist etwas Konkretes geworden.“ Sie sei überrascht davon, wie „großzügig und hell“ das Gebäude wirke. Neben den Wohneinheiten würden Begegnungsräume entstehen – und Küchen, „aus denen es vielleicht bald nach Erbsensuppe und Apfelkuchen durftet“. Und sie sagte: „Wir brauchen eine Gesellschaft, die niemanden ausgrenzt.“ Nicht über die Köpfe der Bewohner hinweg solle entschieden werden, sondern mit ihnen. Das Diakonische Werk sei dabei „auf einem guten Weg“.


Schützen, nicht ausschließen
Aus Hannover war Uta Hirschler angereist, Vorstand Diakonisches Werk evangelischer Kirchen in Niedersachsen, nach eigenem Bekunden zuständig für Inklusion. Sie betonte, dass in einer Einrichtung wie der Diakonie Christophorus die Menschen „geschützt, aber nicht ausgeschlossen“ werden sollten.
Als Vorsitzender der Bewohnervertretung erinnerte Ehsan Kangarani daran, dass das Bundesteilhabegesetzt die Teilhabe aller vorgebe, „dazu gehören vier eigene Wände“. Selbstbestimmung setzt auch die Möglichkeit voraus, sich zurückziehen zu können. Haus Augenstern wird das Gebäude schließlich heißen. Daran erinnert Charlotte Scheller, Pastorin der Christophorus-Gemeinde.

Mehr als neun Millionen Euro investiert
Etwa 7,4 Millionen Euro kostet das neue Gebäude am Christophorusweg, berichtet Thomas Harms, Vorstand der Diakonie Christophorus. Weitere 1,7 Millionen Euro werden für die Gestaltung der grünen Mitte mit den Spielgeräten fällig. 24 Wohneinheiten, Kreativräume, Pflegebäder, eine Förderwerkstatt und mehr soll das Haus auf zwei Etagen umfassen. Von außen sieht der Bau weit fortgeschritten aus. Doch bis zum Einzug wird es noch mehr als ein Jahr dauern. Grund sei eine aufwendige Technik des als Niedrigenergiehaus geplanten Baus. Dächer werden begrünt und Photovoltaikanlagen installiert. Architekt Jochen Görres schilderte bei der Grundsteinlegung die Baugeschichte. Am 18. Dezember 2014 sei der Architektenwettbewerb ausgelobt worden. Im März 2015 sei dann die Entscheidung für das Büro bmp gefallen. Im Jahr 2017 sei schließlich der Vertrag unterzeichnet worden. Im März 2020 sollte der Bau beginnen. Doch der Start musste leicht verschoben werden. Görres: Bislang ist alles im Terminsoll.“

 

 

v. Peter Krüger-Lenz (GT)


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